Wie sicher sind Hochseilgärten wirklich?
Letztens, also am Wochenende, waren wir mit der Pfadfindertruppe im Waldseilgarten. Es war schon etwas länger her, dass ich in diesem Adventure Parc gewesen bin. In der Zwischenzeit hatte sich also so Einiges getan, im positiven Sinne, aber auch (leider) im negativen.
Eine kleinere Kritik gilt der Sprache. Die Einweisung fand in französischer Sprache statt, was mich jetzt persönlich nicht weiter störte. Aber an den Gesichtern der Jugendlichen konnte ich schon ein wenig Unverständnis feststellen. Auf Nachfrage hin und nach einer kurzen Übersetzung schien jedoch alles klar zu sein.
Weiteres Unverständnis beim Einstieg: das Festzurren des Gurtes ist aus versicherungsrelevanten Gründen den Aufsehern vorbehalten.
Das Material, alles Petzl, schien soweit in Ordnung, bis auf die Karabiner. Hier handelte es sich um das Modell Vertigo, welches speziell für den Gebrauch bei Klettersteigen konzipiert wurde. Bei der Einweisung kam dann noch der Hinweis, dass die Karabiner nicht immer richtig schliessen würden. In der Tat konnte ich vermehrt feststellen, dass das beruhigende Einschnappgeräusch nicht immer zu hören war. Da hiess immer wieder 2-mal hinschauen. Unsere Mädels hatten das “Problem” schnell im Griff, und kontrollierten sich immer wieder gegenseitig.
Als wir dann in den Seilen hingen und uns an den einzelnen Elementen versuchten, musste ich leider feststellen, das ich unter den Zuschauern und Kunden am Boden, die Aufseher nicht ausmachen konnte. Nur eine einzige Mitarbeiterin trug, das rote Firmen-Fleece, und das unter 8-10 Mitarbeitern. Ein wenig enttäuschend, wie ich finde.
Auch konnte ich mir eine schnelle Rettung aus der Höhe nicht so recht vorstellen. Unter den meist weiblichen Mitarbeitern trugen die wenigsten anständiges Schuhwerk. Eine wichtige Voraussetzung, so dachte ich zumindest, um am Seil und an den Elementen schnell voranzukommen. Stattdessen genügen demnach normale Alltags-Schuhe und -Stiefel!?
Nach 3 von 4 möglichen Parours verliessen wir den Park. Es war schon spät und es begann dunkel zu werden.
Habt ihr schon ähnliche Erlebnisse gehabt?










Hallo. Ich war bisher in 2 Hochseilgaerten, Ratho bei Edinburgh (die groesste Kletterhalle der Welt) und das Adventure Island in Echternach. In Ratho ist der Garten unter der Decke befestigt. Der Kletterer traegt dabei einen Ganzkoerpergurt und wird mit 2 Seilen an einem Laufwagen der in einer Schiene laueft befestigt. Daneben ist eine weitere Schiene die nur fuer die Betreuer gedacht ist. Sichere Sache also. Auch das Material ist sauber gewartet.
In Echternach ist das ganze auch mit Ganzkoerpergurten gesichert, allerdings ist da die Aufhaengung an einfachen Drahtseilen.
In beiden Parks ist das Personal mit auf dem Parcours unterwegs.
Deinen Schuheinwand versteh ich nicht ganz. Ich weiss nicht genau welche Schuhe deine Betreuer anhatten, aber gute Freizeitschuhe sollten reichen, ich finde Kletterschuhe oder Wanderschuhe eher behindernd.
Dass der Biner nicht schnappte sollte nicht vorkommen. Egal wie finde ich muss das Bodenpersonal das checken.
Es geht also um einen einzelnen Hochseilgarten. Sicherheitshalber wird noch nichtmal erwähnt um welchen.
@ Thorben:
Naja, ich dachte bei den Schuhen eher an “normale” Strassenschuhe, welche ich für solche Aktivitäten auf keinen Fall anziehen würde.
@ -jha-:
Ja, es handelt sich hierbei um einen ganz konkreten Hochseilgarten, da hast Du schon recht. Jedoch sind dies kleinere Mängel, welche leicht behoben werden können. Die Anlage ist ganz in Ordnung, auch wurden die Drahtseile und einzelne Elemente kürzlich erneuert.
So muss man nicht gleich den Hochseilgarten an sich in Frage oder an den Pranger stellen.
Klettersteigkarabiner haben zwar eine höhere Bruchlast als Kletterkarabiner, sollten also auch im geöffneten Zustand noch halten, allerdings wäre ich bei höheren Sturzfaktoren (sagen wir mal >2) sehr kritisch – es kommt also auf den Parkour an. Aber trotzdem – nicht einschnappende Karabiner sollten wirklich, wirklich nicht vorkommen und gehören ausgewechselt. Das zeigt aus meiner Sicht, dass man die Sicherheit wohl eher als ‘versicherungsbedingt notwendig’ betrachtet.
Aber eigentlich wollte ich was total off-topic posten: Sehe ich das richtig, dass ihr in der aktuellen Winter-Mammut-Prospektbeilage mit Foto drin seid? Das wird dich als Fan ja sehr gefreut haben, oder? (-:
Hey Pascal,
Dass die Karabiner auch noch im geöffneten Zustand so einiges aushalten ist mir schon klar. Jedoch ist dabei die Gefahr gross, dass man sich unbeabsichtigt aus dem Seil “aushängt”.
Zum Mammut-Winterkatalog: ja, da hast du schon richtig hingeschaut! :)
Ich kann nicht alle Einwände ohne weiteres Nachvollziehen. Ich finde man sollte an dieser Stelle etwas mehr Vertrauen in Betreiber und vor allem Angestellte haben.
- Festzurren der Gurte
Ist sicher doof, wenn man selber mit Gurtmaterial umgehen kann, aber das kann halt nicht jeder, gerade bei dem Klientel das Hochseilgärten besucht. Und wenn es die Versicherung fordert, kann man es dem Betreiber schlecht anlasten.
- Schuhwerk der Mitarbeiter
Man muss doch keine B/C oder gar D Bergstiefelklumpen an den Füßen haben um sich an Hochseilen bewegen zu können. Da verliert man doch jegliches Feingefühl. Was spricht gegen Turnschuhe, Sneaker o.ä.?
Bei dem uns nahegelegenen Hochseilgarten arbeiten eigentlich nur Leute (männlich wie weiblich, tendentiell unter 28) die dem Klettern und “Outdooren” nahe stehen. Die meisten sind hervorragende Sportkletterer. Zwei Beispiele die ich bei unserem Hochseilgartenpersonal selber beobachten durfte:
A Klettert zum Aufwärmen in der Halle eine überhängende 7(+) in FlipFlops.
B steigt zur Rettung eines hängengebliebenen Hochseilgartenbesuchers rückwärts in den Parcours ein – über die finale Seilbahn, die vom Baum zum Boden reicht – und hangelt sich die Seilbahn schneller von unten hoch als die meisten von oben abfahren. Benutzung der Füße: keine.
Ansonsten:
nicht schließende Karabiner und mangelndes Corporate Design der Mitarbeiter sind schlecht. Kein Widerspruch.