Vaude – Mera Peak Pants im Einsatz
Die beiden letzten Beiträge handelten vom Thema Ausrüstung, in dieser Reihe möchte ich heute fortfahren. Dank dem Ausrüster Vaude hatte ich die Möglichkeit die Mera Peak Pants etwas genauer testen zu können.
Beim Mammut Testevent im März kam die Hose erstmals zum Einsatz. Zum Einen möchte ich nun etwas genauer auf die Passform und das äusserliche Erscheinungsbild eingehen. Die Pants werde mit einem praktisch integrierten Gürtel geliefert, welcher stufenlos einstellbar ist. (siehe Fotos)
Die Hose verfügt im Ganzen über 6 Taschen, das heisst 2 Schubtaschen und 4 Beintaschen. Im hinteren Beinbereich befindet sich jeweils ein Lüftungsreissverschluss. Ob diese nun dort an der richtigen Stelle sind, kann ich nicht beurteilen. Bei den kalten Temperaturen war ich nicht auf Frischluft angewiesen. Jedoch stören die Reissverschlüsse beim Hinknien oder beim Sitzen. Dies ist aber, wie gesagt, nicht weiter schlimm.
Zu den integrierten Gamaschen bleibt nicht viel zu sagen. Diese umschliessen bündig die Schuhe, und wie bei allen Gamaschen, verfügt auch dieses Modell über einen Fronthaken. Material und dessen Zusammensetzung wurden bereits im ersten Beitrag hervorgehoben.
Hervorzuheben bleibt das spannende Innenleben der Hose. Hier ist noch einmal ein Auszug aus der Pressemitteilung:
“Hose = Klettergurt? Oder: Ein unsichtbarer Klettergurt? Die Skitouren-Hose Mera Peak macht beides möglich. Nichts deutet darauf hin, dass dies keine „normale“ Hose ist. Doch wenn sie erst mal „auspackt“, staunt man nicht schlecht: Auf der Innenseite entfaltet sich ein hochtechnischer Klettergurt. Dieser lässt sich jederzeit aktivieren, wenn die Route über einen Gletscher oder eine Abseilpassage führt.
Bei anspruchsvollen Ski- oder Hochtouren wird der ultraleichte Loopo Light Klettergurt von EDELRID (110 Gramm) – von außen unsichtbar – unter der Hose getragen. An der Innenseite der Hose befestigt, macht er jede Bewegung mit und ist kaum zu spüren. Im Gegensatz zum herkömmlichen außenliegenden Gurt gewährt diese Konstruktion volle Bewegungsfreiheit und ungehinderten Zugriff auf alle Taschen – trotz Klettergurt. Weil der Gurt nicht auf den Bekleidungsschichten aufliegt, kann die Luft zirkulieren. So entsteht ein angenehmes Körperklima.
Der Klettergurt ist in der Tat sehr einfach einzusetzen. Beim Tragen ist mir folgendes aufgefallen, und zwar schneiden die Beingurte, entgegen meiner Vorstellung, nicht ein. Eigentlich ist es ein recht komfortabel. Was mich jedoch stört, sind die beidseitg angebrachten Materialschlaufen aus hartem Plastik. Bei längerem Einsatz drücken diese dann schon auf die Hüften. Dank der aufgeworfenen Frage von Pascal (siehe Comments), habe ich mir die Hose und den Gurt noch einmal genauer angeschaut. Die Materialschlaufen kann man vom Klettergurt lösen und auf die Hose montieren. Dieser Vorgang braucht etwas Zeit und man sollte etwas Geduld haben, da es doch eine ziemliche Fummelei ist.
Auf den gezeigten Fotos kann man sich ein Bild von der Innenkonstruktion machen. Ich, für meinen Teil, bin wirklich gespannt wie die Mera Peak Pants bei den Bergsportlern ankommen wird. Die Hose wird aber erst in der kommenden Wintersaison erhältich sein. Der Preis (Vermutung) liegt bei ca. 300 EUR.
Abschliessend bleibt zu sagen, dass die Hose auf Anhieb passte. Bis auf die geschilderten Ausnahmen sind die Pants sehr angenehm zu tragen. Die Hose ist vor allem im Winter eine echte Alternative zu der “normalen” Kletter/Bergsteiger-Ausrüstung.

















Was mir noch nicht so klar ist – kommt man denn beim Tragen des Gurtes an die Materialschleifen dran?
Wäre sonst etwas witzlos, oder soll man die Karabiner, Prusikschlingen und Eisschrauben die man bei einer Gletscherüberschreitung braucht in der Hosentasche tragen?
Ich muss zugeben, ich habe etwas gepatzt. Die Materialschlaufen sind abnehmbar! Aber dies ist erst auf den 3. oder 4. Blick sichtbar, denn folgender Auszug aus dem Pressetext(eine andere Erklärung und Beschreibung hatte ich auch nicht) lässt nicht daraufschliessen:
Dank, Deiner Anmerkung habe ich mir die Hose und den Gurt nochmals genauer angeschaut. Das Abnehmen aus den Schienen ist noch relativ einfach, jedoch stellt das Montieren eine echte Fummelei dar.
Am Gurt und an der Hose ist ein solches System angebracht.
Werde das gleich im Post verbessern.
Ist das ein vollwertiger Klettergurt? Ich misstraue der Schnalle etwas. Oder wird das überbrückt indem das Seil durch die beiden Schlaufen gezogen wird?
Laut Vaude ist es ein vollwertiger Klettergurt, der auch ohne Hose den internationalen Sicherheitsnormen entspricht.
Auf Bild 1 und 3, siehst Du die grünen Schlaufen, diese nehmen das Seil oder den Karabiner auf. Die kleine Schnalle dient lediglich dazu den Gurt zusammen zu halten, insbesondere dann, wenn man nicht gerade klettert und kein Karabiner in den beiden Schlaufen hängt.
Hast du die Hose, bzw. den Klettergurt noch nicht beim Klettern getestet?
Da es sich hier um ein Muster handelt wurde mir nahe gelegt den Klettergurt nicht zu benutzen, das heisst nicht zu klettern.
Es wäre alles gemäss den internationalen Sicherheitsbestimmungen, so die Antwort, jedoch wolle Vaude noch die offizielle Zustimmung der zuständigen Kontrollorgane abwarten.
Danke Ander für’s Nachschauen, so macht das dann auch Sinn.
Den Gurt an sich sollte man auch wohl mit ähnlichen alpinen Leichtgurten vergleichen. So finde ich z.B. einen ähnlichen Gurt von Camp zu spartanisch (winzige Materialschlaufen).
Interessant wäre vielleicht noch zu erfahren, ob durch den Austritt der Gurtschlaufe ein Kälteloch entsteht wo dann bei Extrembedingungen der Wind eintritt. Das Gleiche gilt dann wohl auch für die Materialschlaufe, oder hängt die dann am Gurt/direkt an der Hose?
Zugegebenermassen sind solche Bedingungen aber in Luxemburg Anfang Mai wohl schwerlich zu reproduzieren. (-:
Ich konnte am Wochenende jedenfalls beobachten, dass bei Skihochtouren auf dem Gletscher (Palon de Mare, Punto San Matteo, Pizzo Tresero, Cevedale) die meisten Leute (so sie denn nicht einer geführten Gruppe angehören) ohne Gurt gehen. Konnte ich dann auch verstehen, mit einem vollwertigen Gurt (Petzl Adjama) sinkt bei langen Touren und hohen Temperaturen doch ein wenig der Komfort. Mit einem Gurt wie diesem sinkt dann vielleicht die Hemmschwelle ihn auch zu tragen.
So wie man sehen kann, habe ich weitere Bilder hochgeladen. (untere Reihe)
Bild 1: Materialschlaufen, die obere der beiden wurde in das Rail-System eingefädelt
Bild 2 + 3: Detailansicht der Schlaufen
Ich hoffe, dass die Konstruktion jetzt um einiges verständlicher ist!:)